Amoklauf, Amoklauf

"Virginia ist überall"

Amok-Alarm am Rudolf-Rempel Berufskolleg : 2.250 Schüler in Sicherheit gebracht

VON THOMAS KOPSIEKER


(bin rechts auf dem Bild ^^)

Bielefeld-Brackwede. Seit dem blutigen Massaker am "Virgina Tech" in Blacksburg/USA geht auch an Deutschen Schulen die Angst vor Amokläufen um. Wie konkret diese Ängste sind, zeigte sich gestern am Rudolf-Rempel-Berufskolleg (RRB). Weil eine Schülerin glaubte, einen bewaffneten Mann gesehen zu haben, löste die Polizei Großalarm aus.

2.250 Schüler und 120 Lehrer mussten für fast drei Stunden das Gebäude verlassen. Gegen 9.40 Uhr klopft eine aufgeregte Schülerin an der Tür des Schulbüros. Sie habe im Schulgebäude einen unbekannten Mann mit einem länglichen Gegenstand unter dem Pullover gesehen, meldet die 16-Jährige und befürchtet: "Das könnte eine Pistole gewesen sein". Nach Rücksprache mit der Polizei beschließt die Schulleitung, das Gebäude komplett zu räumen. "Wir haben die Schülerin als glaubwürdig eingestuft, da wäre es nicht vertretbar gewesen, die Sache auf die leichte Schulter zu nehmen", erklärt Schulleiter Dr. Wolfgang Kehl später.

Um eine Panik zu vermeiden, wird ein so genannter stiller Alarm ausgelöst. Das heißt. Lehrer laufen von Klasse zu Klasse und fordern die Schüler und Lehrer auf, die Schule sofort zu verlassen. "Wir schrieben gerade unsere Klausur in Rechnungswesen und mussten trotzdem alles stehen und liegen lassen", berichten Manuel Füchtenhans (20) und Melanie Pejic (22) von der Klasse SV2B.

Die Evakuierung verläuft reibungslos. Innerhalb weniger Minuten strömen rund 2.250 Schüler und 120 Lehrer aus dem Gebäude. Gerüchte machen die Runde. Von einer Bombendrohung ist die Rede, aber bald fällt auch das Wort "Amoklauf". "Die denken, Virginia ist überall", meint Harald Buschmann, Lehrer am RRB und FDP-Ratsmitglied. "Dabei sei es doch so wichtig , Schule zum angstfreien Raum zu machen.
(bin links auf dem Bild ^^)

Starke Polizeikräfte rücken an und riegeln alles ab. Sie nehmen ihre Aufgabe sehr ernst. "Schnell weg da, sie stehen in der Schusslinie", warnt ein Beamter einen jungen Mann, der durch die Absperrung geschlüpft ist. Gemeinsam mit freiwilligen Lehrern durchkämmen Polizisten systematisch den Schulkomplex vom Keller bis zum Dach. Die Durchsuchungsaktion ist nervenaufreibend und zieht sich ewig hin. "Das Gebäude ist riesengroß, total verschachtelt und völlig unübersichtlich", stöhnt einer der Ordnungshüter. Unauffällig gehen zwei Zivilbeamte mit dem 16-jährigen Mädchen über das Schulgelände, in der Hoffnung, dass sie den vermeintlichen Pistolenmann wiedererkennt. Doch das tut sie nicht.

Um 11.40 Uhr dürfen zunächst die Lehrer wieder in das Gebäude, um 12.15 Uhr wird das Gebäude auch für die Schüler wieder freigegeben. Ein bewaffneter Mann wurde nicht gefunden. Dennoch gilt der Fall nicht als abgeschlossen. "Es wird weiter ermittelt", so der Leiter der Polizeiwache Süd, Erhard Küster. Schulleitung und Polizeiführung sind sich einig, dass alles gut gelaufen ist. "Die Zusammenarbeit hat hervorragend geklappt", so Wolfgang Kehl. "Natürlich hat das Blutbad von Blacksburg Einfluss auf unsere Bewertungsmaßstäbe gehabt", räumt Erhard Küster ein.

Quelle: Neue Westfälische 20.4.07

25.4.07 20:57
 


bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Eila / Website (1.5.07 15:22)
hehe, warst in der zeitung du "star".
lieb dich süße :-*

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